Zertifizierung

Weiterbildung zum Anthroposophischen Heilpraktiker

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AGAHP-Zertifizierungsrichtlinien 2019.pd
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Im Zusammenhang mit der Erarbeitung unseres Leitbildes, unseres Berufsbildes und unserer Qualifizierungskriterien wurde auch ein allgemeines Konzept entwickelt, das wir nun Heilpraktikerkollegen als „roadmap“ an die Hand geben können, wenn sie die Frage an uns stellen: „Wie werde ich Anthroposophischer Heilpraktiker ?“

 

Analog zu dem individuell gestaltbaren Weg zum Heilpraktiker, ist auch die Weiterbildung zum Anthroposophischen Heilpraktiker individuell gestaltbar und nicht in verschulter Form für jeden gleich. Der Heilpraktikerberuf ist eben kein Ausbildungs- sondern ein Zulassungsberuf, der es in besonderer Weise ermöglicht, die biografischen Besonderheiten des jeweiligen Menschen zu berücksichtigen.

Dementsprechend baut die Weiterbildung zum Anthroposophischen Heilpraktiker auf auf der vorhandenen Praxiserfahrung des niedergelassenen Heilpraktikers, seinen bereits vorhandenen heilkundlichen Kenntnissen und Fähigkeiten, seinen biogra- fisch-karmischen Bezügen, insbesondere seiner Beziehung zur Anthroposophie.

 

Auf dieser Basis gilt es, sich in drei Kernbereichen weiterzubilden:

  1. auf dem Gebiet der allgemeinen Anthroposophie, einschließlich Welt- und Menschenkunde und des anthroposophischen Schulungsweges.Die Fähigkeiten unter 1) kann sich der Interessent im Rahmen anthroposophischer Einrichtungen und durch Literaturarbeit aneignen.
  2. auf dem Gebiet der anthroposophischen Medizin, insbesondere hinsichtlich des Verständnisses von Gesundheit und Krankheit, der Wesensgliederdiagnose und der grundlegenden anthroposophisch-therapeutischen Möglichkeiten auch anderer Berufsgruppen. Die Fähigkeiten unter 2) können von anthroposophisch-medizinischen Einrichtungen vermittelt werden, die inzwischen großenteils auch für Heilpraktiker zugänglich sind. Kontaktadressen können über die AGAHP bezogen werden.
  3. auf dem Gebiet der speziellen Berufskompetenzen des Anthroposophischen Heilpraktikers.

 

Zu den speziellen Berufskompetenzen des Anthroposophischen Heilpraktikers, die unter Punkt c) genannt sind, gehört insbesondere:

  • Die Befähigung, eigene heilkundliche Methoden mittels des anthroposophischen Erkenntnisweges aufzuarbeiten
  • Die Befähigung zur Praxisführung im Sinne des Leitbildes und Berufsbildes des Anthroposophischen Heilpraktikers.
  • Die Bewusstmachung und Pflege des eigenen karmischen Heilungsimpulses
  • Die Kenntnis der Geschichte der Anthroposophischen Heilpraktiker, ihrer Stellung innerhalb der medizinischen Sektion und der anderen anthroposophisch- medizinischen Berufsgruppen, sowie der Aufgaben des Berufsverbandes

Diese Fähigkeiten entsprechen den Kernkompetenzen des Anthroposophischen Heilpraktikers, wie sie seit ihrer Gründung von den Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft Anthroposophischer Heilpraktiker wahrgenommen, gepflegt und weiterentwickelt wurden.

Sie werden von den Dozenten der AGAHP unterrichtet, insbesondere in den Fächern: Berufskunde und Berufsesoterik des Anthroposophischen Heilpraktikers. Die Pflege, Weiterentwicklung und Weitergabe dieser Kernkompetenzen ist die besondere Aufgabe der Verbandschule ANTHROPOS-SOPHIA.

Die Verbandschule hat somit die Aufgabe der Erzeugung, des bewussten Einsatzes und der Bewahrung des Saatgutes der Anthroposophischen Heilpraktiker aus der Grundlage unserer gesunden Wurzeln.

Die folgenden beiden Diagramme sollen zum einen den Weg zum Anthroposophischen Heilpraktiker in seiner Struktur veranschaulichen, zum anderen in der Gegenüberstellung die Unterscheidung vom Weg des Anthroposophischen Arztes verdeutlichen:

 

Roadmap

Das Zertifizierungsverfahren

Die Ausübung der Anthroposophischen Heilkunde wird von der AGAHP als Berufsverband und im Einvernehmen mit der medizinischen Sektion am Goetheanum durch ein gemeinsam erarbeitetes Zertifizierungsverfahren geregelt (siehe hierzu ‚Richtlinien zur Anerkennung als Qualifizierte/r Heilpraktiker/in der AGAHP‘).

 

Die Zertifizierung durch den Berufsverband ist die Voraussetzung für die Verwendung der beim Deutschen Patent– und Markenamt DPMA eingetragenen Marke: Anthroposophische Heilkunde (AGAHP)® sowie die Bezeichnung als Anthroposophischer Heilpraktiker (AGAHP). Mit dem von der AGAHP erarbeiteten und von der IKAM bestätigten Berufsbild der Anthroposophischen Heilpraktiker sind die Anthroposophischen Heilpraktiker im Rahmen der internationalen Berufsgruppe sowohl innerhalb der medizinischen Sektion am Goetheanum sowie in der IKAM (Internationale Koordination für Anthroposophische Medizin), in der International Society of Anthroposophic Naturopathy (ISAN), in der Gesamtkonferenz der Deutschen Heilpraktikerverbände und Fachgesellschaften, im Heilpraktiker-Netzwerk und in der Öffentlichkeit vertreten.

 

Damit möglichst alle unserer ordentlichen Mitglieder die Möglichkeit einer Zertifizierung nutzen, hat der Vorstand ein Formular zum Fortbildungsnachweis entwickelt.

Es können nur durch die ISAN bzw. der AGAHP akkreditierte Fortbildungen anerkannt und bei der AGAHP-Geschäftsstelle, Waldweg 11, in 29336 Nienhagen eingereicht werden. Die Zertifizierung ist immer vom Datum der Ausstellung der Urkunde für drei Jahre gültig.

Zu beachten ist, dass ausschließlich von der ISAN bzw. AGAHP akkreditierte Fortbildungen bzw. Fortbildungen im Rahmen unserer Verbandsschule ANTHROPOS-SOPHIA, unserer AGAHP-Arbeitskreise und Fachgruppen, der Medizinischen Sektion und der von uns anerkannten Fort- und Ausbildungsinstitute anerkannt werden.