Gemeinsam für Nachhaltigkeit

Eine Patientinformation

über die Praxis Anthroposophischer Heilpraktiker (AGAHP)

Der Begriff Anthroposophie [griech.„Menschenweisheit”], den Rudolf Steiner für die von ihm begründete Geisteswissenschaft nutzte, war bereits im Jahre 1575 in einer in Basel erschienen Schrift mit dem Titel: „De Magia Veterum” erwähnt worden.

 

Dr. Rudolf Steiners Anthroposophie versteht sich als ein die naturwissenschaftliche Forschungsweise Goethes weiterbildender Erkenntnisweg hin zum Metaphysischen, dessen Ergebnisse Dr. Steiner in Zusammenarbeit mit der holländischen Ärztin Dr. Ita Wegmann auch für die Medizin im Sinne einer Erweiterung der Heilkunst etablierte.

Aus einer Menschenerkenntnis heraus, welche die leiblich-seelisch-geistige Ganzheit des Menschen mit in die Betrachtung einbezieht, legten Rudolf Steiner und Ita Wegmann gemeinsam 1924 den Keim für eine Erweiterung der Heilkunst.

 

Die anthroposophische Heilkunde unterscheidet zwischen vier Wirklichkeitsebenen (Wesensglieder), die als physischer-, ätherischer- und astraler Leib sowie als Ich bezeichnet werden und die Grundlage für eine integrative Heilkunde bilden, wie sie heute von anthroposophischen Heilpraktikern praktiziert wird.

  • Der physische Leib als der sichtbare Körper,
  • Der Ätherleib als die Summe der den Körper belebenden Lebensprozesse, wie z.B. Atmung und Wachstum,
  • Der Astralleib ermöglicht Empfindungen und Bewusstsein, er vermittelt uns Lust oder Unlust, Freude oder Schmerz, Sympathie und Antipathie,
  • Das Ich, das nur der Mensch besitzt; das höchste der vier Glieder ist das Zentrum der Persönlichkeit.

Diese vier genannten Wesensglieder stehen nur beim gesunden Menschen in einem ausgewogenen Gleichgewicht. Ziel jeder Therapie ist es, dieses gesunde Verhältnis der Wesensglieder zueinander zu erhalten oder wieder herzustellen.

Zu diesem Zweck versuchen anthroposophische Heilpraktiker, die Ursachen einer Erkrankung möglichst ganzheitlich zu erfassen. Die Therapie wird nicht nur durch die Diagnose bestimmt, sondern auch durch den Krankheitsverlauf, den Lebenslauf, das soziale Umfeld und die Persönlichkeit des Erkrankten.

 

Anthroposophische Heilpraktiker leisten einen Beitrag zur Förderung von Selbstverantwortung und Selbstentwicklung im gesunden und kranken Menschenleben. Dabei werden die Erkenntnisse der Anthroposophie in die Behandlung mit eingebunden.

 

Die Anthroposophische Heilkunde ist somit keine nur äußerlich erlernbare Methode, die neben anderen in der Praxis eingesetzt werden kann, sondern ein Entwicklungsweg des Heilpraktikers, der ihn dazu befähigt, alle seine heilkundlichen Methoden sowie seine gesamte Praxistätigkeit anthroposophisch zu durchdringen.

 

Die Mitgliedschaft im Berufsverband AGAHP bietet dem Anthroposophischen Heilpraktiker den Zusammenhang, der ihn auf diesem Weg unterstützt.

 

Das Leistungsspektrum

Als Diagnoseverfahren kommen aus dem schulmedizinischen Bereich solche Verfahren in Frage, die auf dem persönlichen Kontakt und der Wahrnehmungsfähigkeit beruhen, wie z.B.: die körperliche Untersuchung mit Inspektion, Palpation, Perkussion, Auskultation, ebenso RR Kontrolle, Blut- und Urinuntersuchungen.

Diese werden durch naturheilkundliche Methoden ergänzt, wie zum Beispiel Irisdiagnose, Pathophysiognomie, Pulsdiagnostik, Reflexzonendiagnose, Dunkelfeldmikroskopie uvm. 

 

Typische Therapiemethoden auf die sich der Heilpraktiker entsprechend individuell spezialisiert sind z.B.: Homöopathie, Ausleitungsverfahren, Kräuterheilkunde, Ernährungsberatung. Manuelle Therapien wie z.B. Osteopathie oder Rhythmische Massage, Kinesiologie, Ozon-O2 und Wiedemann-Kuren. 

 

Psychotherapeutische Verfahren wie z.B. Focusing, Traumarbeit, Entspannungsverfahren, Gesprächstherapie, Kunsttherapie, meditative Verfahren, u.ä.. Bewegungs– und körperorientierte Verfahren wie z.B. die Heil-Eurythmie

 

Therapeuten die auf anthroposophischer Basis Ihre heilkundlichen Leistungen anbieten finden Sie auf der Therapeutenliste der AGAHP.


Wer sind wir

Die AGAHP e.V. ist der Berufsverband der Anthroposophischen Heilpraktiker in Deutschland. Die Arbeitsgemeinschaft Anthroposophischer Heilpraktiker hat sich gegründet als ein Zusammenschluss von Heilpraktikern, welche die Anthroposophische Heilkunde in ihren Grundlagen erarbeiten, ausüben und öffentlich vertreten.

Die Mitglieder der AGAHP sehen sich als Glieder einer spirituellen Gemeinschaft, die ihre äußere Form in der allgemeinen anthroposophischen Gesellschaft hat mit der freien Hochschule für Geisteswissenschaft am Goetheanum als ihrem geistigen Zentrum.

Kontakt

AGAHP-Geschäftssstelle

Herzogin-Agnes-Platz 8

29336 Nienhagen

 

Tel.: 05144/495417

 

Kontaktformular


QR-Code

Die Verbandsschule bietet an verschieden Orten Fortbildungen an, die zur Zertifizierung dienen.

 

Weiter Informationen...



Was wir leisten

Die AGAHP erarbeitet das Leitbild des Anthroposophischen Heilpraktikers und hieran orientiert die Grundlagen der Anthroposophischen Heilkunde in regionalen und fachspezifischen Arbeitskreisen, sowie gemeinsam mit der medizinischen Sektion deren formale juristische Gestalt in Berufsbild und Zertifizierungsverfahren. Die AGAHP pflegt und fördert die Fortbildung in anthroposophischer Heilkunde durch eigene Arbeitskreise, eigene Dozenten, die angeschlossene Verbandschule ANTHROPOS-SOPHIA und die Akkreditierung von Fortbildungsinstituten.

 

Die AGAHP ist  laut Satzung die Interessenvertretung der Anthroposophischen Heilpraktiker in Deutschland. Sie nimmt an den berufspolitischen Konferenzen der Heilpraktikerverbände teil und ist auf europäischer Ebene Mitglied bei ANME.Die AGAHP hat vom Bundesgesundheitsministerium das Vorschlagsrecht zur Besetzung der Arzneimittelkommission C (anthroposophische Arzneimittel) des BfArM erteilt bekommen. Die AGAHP ist als Berufsgruppe in die Medizinische Sektion der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft am Goetheanum in Dornach eingegliedert und Mitglied der IKAM (Internationale Koordination Anthroposophische Medizin).