Unsere Wurzeln - Unsere Zukunft: Zur Geschichte des anthroposophischen Heilpraktikers

1924 Anthroposophie als Erweiterung der Heilkunst

Von Rudolf Steiner wurde im letzten Jahrhundert die Anthroposophie als Einweihungsweg für den heutigen Menschen geschaffen. Aus einer Menschenerkenntnis heraus, welche die leiblich-seelisch-geistige Ganzheit des Menschen und die Entwicklung des Individuums über die verschiedenen Erdenleben hinweg mit in die Betrachtung einbezieht, konnte er so gemeinsam mit der Ärztin Ita Wegmann 1924 den Keim für eine moderne spirituelle Heilkunst legen. Hierbei hat er sich zunächst an Medizinstudenten, junge Ärzte und einzelne von ihm persönlich zugelassene in der Heilkunde bewanderte Menschen gewandt, die mit ihren Fragen nach der anthroposophischen Durchdringung ihrer Tätigkeit auf ihn zugekommen waren.

Der Heilpraktikerberuf in seiner heutigen Form existierte damals noch nicht. Nach Rudolf Steiners Tod wurden zu den dann stattfindenden anthroposophisch-medizinischen Fortbildungen zunächst nur noch Ärzte oder Medizinstudenten zugelassen.

Mit dem Erlass des Heilpraktikergesetzes 1939 und der folgenden Etablierung eines zweiten Berufsstandes neben dem Arzt, der mit staatlicher Erlaubnis Diagnosen stellen und Heilbehandlungen durchführen kann, wuchs aber auch das Bedürfnis unter den Heilpraktikern, sich anthroposophisch weiterzubilden. Insbesondere weil der Heilpraktiker schon von seinem Selbstverständnis her Methoden anwendet, welchen eine ganzheitlich-spirituelle Sicht des Menschen zugrunde liegt. 

1992 AGAHP e.V. - Berufsverband AGAHP e.V.

Aus persönlichen Beziehungen heraus ergaben sich Kontakte mit Dr. Lorenz als Leiter der medizinischen Sektion. Es fanden erste Treffen statt, welche von Frau Dr. Glöckler, der heutigen Sektionsleiterin aufgegriffen und zur regelmäßigen Einrichtung erhoben wurden. Diese Gemeinschaft anthroposophischer Heilpraktiker hat sich 1992 die Form eines Vereins gegeben, die „Arbeitsgemeinschaft Anthroposophischer Heilpraktiker“ AGAHP e.V. und ist seitdem als Berufsgruppe der medizinischen Sektion am Goetheanum angeschlossen. 

 

1992 – 2006 Entwicklung der Anthroposophischen Heilkunde im Innern - esoterische Kernbildung

Vom damaligen Geschäftsführenden Vorstand  Werner Schmötzer wurde mit der medizinischen Sektion und der GAÄD die Vereinbarung getroffen, dass die Anthroposophischen Heilpraktiker die „Anthroposophische Heilkunde“ ausüben.

In AGAHP-Arbeitskreisen wurden und werden die Grundlagen dieser „Anthroposophischen Heilkunde“ erarbeitet. Neben der Mitgliedschaft in der Anthroposophischen Gesellschaft war die Erlangung der Mitgliedschaft lange an ein „Probejahr“ mit Zustimmung eines Arbeitskreises gebunden, um den für eine Identitätsbildung notwendigen Innenraum zu gewährleisten.

 

Ab 2006 erfolgte eine weitere Zentrierung in Form einer esoterischen Kernbildung durch Zusammenkünfte der Klassenmitglieder, die von Eberhard Klute, seit 2010 von Alexander Schadow geleitet werden.

 

2005 – 2012 Entwicklung der Anthroposophischen Heilkunde nach außen: Leitbild – Berufsbild - Markenzeichen

Durch Vortragstätigkeit von Werner Schmötzer als Weleda-Mitarbeiter waren die Anthroposophischen Heilpraktiker in der Öffentlichkeit bekannter geworden.

Von Michaela Glöckler kam dann 2004 der Impuls für ein Zertifizierungsverfahren der Anthroposophischen Heilkunde. Ein informeller Kontakt zur IKAM wurde etabliert, mit dem Ziel, zu einem internationalen Berufsbild des Anthroposophischen Heilpraktikers zu gelangen.

2005 wurde die Aufgabe der Berufsgruppenkoordination sowie der Geschäftsführende Vorstand von Renate Künne übernommen.

Es galt nun, die beiden Pole in der AGAHP: die Wala-Weleda-Verordner mit z.T. loser Verbindung zur Anthroposophie und die Anthroposophen, mit z.T. geringen Kenntnissen anthroposophischer Therapien in einem gemeinsamen Selbstverständnis zusammenzuführen.

Hierzu wurde das Leitbild des Anthroposophischen Heilpraktikers erarbeitet.

Durch Mitgliedschaft bei ANME, die Berufsgruppentreffen bei der medizinischen Jahrestagung und Kontakte zu Kollegen im Ausland wurde die Internationalität des zu entwickelnden Berufsbildes ins Auge gefasst.

So konnten wir 2010 im Rahmen des CAM-Mapping eine international gefasste Dokumentation der Anthroposophischen Heilkunde einreichen, welche die Grundlage bildete für das 2012 von der IKAM anerkannte Berufsbild. Die Anthroposophische Heilkunde (AGAHP)® ist seit 2012 eine eingetragene Marke.

 

Von der Arbeitsgemeinschaft zum Berufsverband

Ein weiteres Arbeitsfeld zeichnete sich 2005 ab: Errungenschaften, die durch persönliche Beziehungen zustande gekommen waren, mussten in die Zuständigkeit der AGAHP überführt wurden, um dauerhaft erhalten zu bleiben: Dies betraf:

  • Die Finanzierung aus Mitgliedsbeiträgen statt durch Firmenspenden
  • Die Schaffung einer ersten dokumentierten Anerkennungsstufe im Rahmen eines Qualitätssicherungssystems für die in Arbeitskreisen erarbeiteten Inhalte
  • Die Erlangung des Vorschlagsrecht der AGAHP für die Arzneimittelkommission C
  • Die Etablierung der AGAHP als Teilnehmer bei den Zusammenkünften der Heilpraktikerverbände in Deutschland
  • Die Aufnahme der Bezeichnung „Berufsverband“ in die Satzung und die Anerkennung als Berufsverband durch das Finanzamt.

 

2010 Leitbild und Qualitätskriterien 

Heute arbeitet die AGAHP gemeinsam mit der medizinischen Sektion daran, ein Berufsbild des anthroposophischen Heilpraktikers zu erstellen. Anknüpfend an unser jährlich sich weiterentwickelndes Leitbild legen wir hierzu Qualitätskriterien für die Anerkennung und Fortbildung des Anthroposophischen Heilpraktikers fest. Von der Mitgliederversammlung 2010 wurde eine Qualifizierungsregelung verabschiedet, die sich an bestehende Systeme für Heilpraktiker anschließt.

Die AGAHP ist Mitglied im QFH (Qualitätsforum Heilpraktiker). Um Interessenten die Möglichkeit zu geben, diese Qualifizierung zu erhalten, bietet die AGAHP intern in ihren Arbeitskreisen und extern durch Fortbildungsangebote ihrer Dozenten folgende Möglichkeiten:

  • Vermittlung allgemein-menschenkundlich-medizinischer Grundlagen
  • Erarbeiten der geisteswissenschaftlichen Grundlagen für die Therapiemethoden des Heilpraktikers
  • Kollegialer Austausch, gemeinsame anthroposophische Arbeit
  • Anthroposophische Ausbildungsangebote mit Heilpraktikergrundausbildung
    (Kontaktadressen siehe Thema „Fortbildung“)

 

2012 Mitgliedschaft in der IKAM und behördliche Anerkennung Anthroposophische Heilkunde (AGAHP)® als geschützte Marke

Mit dem erarbeiteten Berufsbild der Anthroposophischen Heilpraktiker ist die AGAHP in der Berufsgruppe Anthroposophische Heilkunde innerhalb der medizinischen Sektion am Goetheanum und in der IKAM (Internationale Koordination für Anthroposophische Medizin), in den Versammlungen der deutschen Heilpraktikerverbände, als Mitglied von ANME (Association for Natural Medicine in Europe e.V.) und in der Öffentlichkeit vertreten.

Der im Sinne dieses Leit- und Berufsbildes arbeitende Heilpraktiker kann die Anerkennung des Berufsverbandes AGAHP als anthroposophischer Heilpraktiker auf Antrag erlangen. Die Anerkennung berechtigt dazu, das Qualitätssiegel Anthroposophische Heilkunde (AGAHP)® zu führen.

Das Qualitätssiegel Anthroposophische Heilkunde (AGAHP)® ist beim Deutschen Patent– und Markenamt DPMA als eingetragene Marke registriert. Das Qualitätssiegel Anthroposophische Heilkunde (AGAHP)® darf nur nach Zertifizierung und Beurkundung durch den Berufsverband geführt werden.

 

2013 Nachwuchsförderung und Weiterbildung mit Möglichkeit der Zertifizierung in Anthroposophischer Heilkunde (AGAHP)®  

Immer öfter wurden Anfragen von Kollegen an die AGAHP gerichtet nach einer Fortbildung in Anthroposophischer Heilkunde auch über die Arbeitskreise der AGAHP hinaus. Diesen Anfragen konnte entsprochen werden, indem zunächst von verschiedenen Mitgliedern Fortbildungen in Eigeninitiative außerhalb der AGAHP angeboten wurden.

Eine Koordination unserer Ressourcen auf diesem Gebiet fand 2008 statt: Alle Mitglieder, die Fortbildungen in Anthroposophischer Heilkunde anbieten, haben sich zu einem ersten Dozenten-Kolloquium zusammengefunden. Hieraus speist sich das Dozententeam unserer Verbandsschule ANTHROPOS-SOPHIA, deren Förderung inzwischen in unserer Satzung verankert ist.

Das nächsten Ziele war der Ausbau unserer Verbandsschule und die Koordination aller anthroposophischen Fortbildungsangebote für Heilpraktiker im Rahmen eines Akkreditierungsverfahren, so dass allen Interessenten die Möglichkeit offen steht, sich in der Anthroposophischen Heilkunde weiterzubilden und die Zertifizierung des Berufsverbandes zu erlangen.

 

Seit 2012 ist auch die außerordentliche Mitgliedschaft (ohne Stimmrecht) in der AGAHP möglich. Voraussetzung ist nur die Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde ohne Bestallung. Wir möchten es jungen Kollegen möglich machen, frühzeitig Kontakt mit uns aufzunehmen und einen Rahmen schaffen, um die in der AGAHP erarbeitete Anthroposophische Heilkunde an die nächste Generation weiterzugeben.

 

2014 bis heute: Konsolidierung nach Innen und Öffentlichkeitsarbeit nach aussen

Nach er Wahl des neuen Vorstandes der AGAHP wurde zum 1. Mai 2015 offiziell die Geschäftsstelle für die AGAHP eingerichtet. Dem voraus ging der Beschluss der ordentlichen Mitgliederversammlung vom 23. 04. 2015 zur Erweiterung des Satzung um den § 6.7 "Der Vorstand ist berechtigt eine Geschäftsstelle einzurichten." 

Die Einrichtung wurde wegen der zahlreichen Unterlagen der AGAHP notwendig, da eine Unterbringung in einer Praxis bzw. privaten Adresse aus Gründen des Datenschutzgesetzes nicht mehr statthaft und möglich ist. Damit wird auch dem Datenschutz, dem auch insbesondere Vereine unterliegen, Rechnung getragen.

 

Beim halbjährlich stattfindenden Treffen, zu dem sich mittlerweile seit mehreren Jahren Vertreter der Heilpraktikerverbände und Fachgesellschaften (z.B. Homöopathie, Osteopathie, ACON) zum Austausch versammeln, nahm von der AGAHP die AGAHP-Öffentlichkeitsbeauftragte Elisabeth Oelmaier teil. Themen wie Europapolitik, Zertifizierungen, Berichte aus der Arzneimittelkommission, Sektorale Heilpraktiker, Erfahrungen mit IKK-Südwest u.a. standen auf der Tagesordnung.

 

Im November 2014 erschien die AGAHP-Praxis-Informationen im neuen Layout und wurde an alle Mitglieder der AGAHP verschickt. Ebenfalls richtete der Geschäftsführende Vorstand ein Schreiben an die Mitglieder um sie über die Vorgänge und Aktivitäten in der AGAHP zu informieren. Ziel ist es eine größtmögliche Transparenz herzustellen. Auf Wunsch von einigen Mitgliedern wurde ein neuer Flyer „Patienteninformation über die Praxis Anthroposophischer Heilpraktiker (AGAHP)“ erarbeitet, den AGAHP-Mitglieder abrufen  können. Ebenso wurde der AGAHP-Flyer zum Berufsverband neu erstellt und steht Interessenten kostenfrei zur Verfügung.

 

Zur weiteren Verbesserung der Öffentlichkeitsarbeit wurde eine erste Überarbeitung der Homepage zum Jahresbeginn 2015 vorgenommen. Regelmäßig wird die Homepage nunmehr einmal im Quartal neu eingestellt. Änderungswünsche sind stets an die Geschäftsstelle zu richten und werden möglichst zeitnah vorgenommen.

 

Mit dem von der AGAHP erarbeiteten und von der IKAM (Internationale Koordination Anthroposophische Medizin) bestätigten Berufsbild der Anthroposophischen Heilpraktiker vertritt die AGAHP die Anthroposophischen Heilpraktiker als Berufsgruppe sowohl innerhalb der medizinischen Sektion am Goetheanum sowie in der IKAM, in den Versammlungen der deutschen Heilpraktikerverbände, als Mitglied von ANME (Association for Natural Medicine in Europe e.V.) und in der Öffentlichkeit.

 

Vom 30. Januar bis 1. Februar 2015 fand im Gemeinschaftskrankenhaus Berlin-Havelhöhe die Klausur der Internationalen Koordination Anthroposophische Medizin IKAM statt. An dieser Klausur nahm auch erstmals Alexander Schadow als neuer Geschäftsführender Vorstand der AGAHP und Internationaler Berufsgruppenkoordinator teil, um u.a. auch die anstehende Frage der Nachfolge in der Leitung der Medizinischen Sektion zu beraten. Dieses Treffen sowie weitere Zusammenkünfte und Gespräche zeigten eines sehr deutlich auf: die Anthroposophischen Heilpraktiker und Naturheilkundigen sind im Leitungsgremium der Medizinischen Sektion der Internationalen Koordination Anthroposophischer Medizin IKAM angekommen. Dort vertreten Alexander Schadow als Koordinator der Internationalen Berufsgruppe Anthroposophische Heilkunde und Michael Voelkel als sein Stellvertreter die Anliegen der Anthroposophischen Heilpraktikerschaft und Naturheilkundigen (alternative healing therapist).

 

Das traditionelle AGAHP-Frühjahrstreffen fand 2015 vom 23. April bis 26. April, wie bereits in den Vorjahren, im Naturhotel Spöktal statt. Es begann mit der ordentlichen Mitgliederversammlung.

Am folgenden Tag wurde die Tagung mit Übungen aus der Heileurythmie, unter der Leitung von Michael Voelkel, sowie der anthroposophischen Kunsttherapie, unter der Leitung von Claus Reichenbächer, im Rahmen einer Weiterbildung der Verbandsschule fortgesetzt. Am Abend fand eine Arbeit der Hochschulmitglieder statt. Die beiden verbleibenden Tage, nutzten die Mitglieder, um in Arbeitsgruppen am Leitbild zu arbeiten.

Das traditionelle AGAHP-Frühjahrstreffen fand 2015 vom 23. April bis 26. April, wie bereits in den Vorjahren, im Naturhotel Spöktal statt. Es begann mit der ordentlichen Mitgliederversammlung.

 

Am folgenden Vormittag wurde im Rahmen der Verbandsschulaktivitäten die Frühjahrstagung mit Übungen aus der Heileurythmie, unter der Leitung von Michael Voelkel fortgesetzt.

Am Nachmittag konnten die Teilnehmer unter der sachkundigen Anleitung von Claus Reichenbächer, die Wirksamkeit der anthroposophischen Kunsttherapie im Rahmen eines Workshops der Verbandsschule erfahren.

 

Am Freitagabend trafen sich die Hochschulmitglieder zur Klassenarbeit. Die beiden verbleibenden Tage, nutzten die Mitglieder, um in Arbeitsgruppen am Leitbild zu arbeiten.

 

Foto: Plastisches Gestalten in der anthroposophischen Kunsttherapie


AGAHP-Frühjahrstagung 2016

Am 3. Juni 2016 fand die Mitgliederversammlung in der neuen Geschäftsstelle des Berufsverbandes in Nienhagen bei Celle statt.

Themen waren u.a. der Geschäftsbericht, der Kassenbericht der Schatzmeisterin und der Kassenprüfbericht der Kassenprüferin. 

Weiterhin stand die Wahl der Stellv. Vorsitzenden gemäß § 6, Abs. 2 der Satzung an, da das Amt der Stellv. Vorsitzenden durch den Rücktritt der bisherigen Stellvertreterin im Vorstand vakant wurde. Zudem beriet die Versammlung die vorgeschlagene Satzungsänderung, die künftig angehenden Heilpraktikern schon während ihrer Ausbildung, als Heilpraktikeranwärter, eine Aufnahme analog zu den außerordentlichen Mitgliedern ermöglicht. Die hierzu drei notwendigen Satzungsänderungen wurden durch die ordentliche Mitgliederversammlung einstimmig beschlossen. (siehe Protokoll im Mitgliederbereich)

Foto: Michael Voelkel (1. Vorsitzender), Renate Künne (Ehrenmitglied), Alexander Schadow (Geschäftsf. Vorstand) und Dorothe von Lochow
(Stellv. Vorsitzende und Schatzmeisterin) vor der Geschäftsstelle in Nienhagen (v.l.nr.)

Der Samstag war einer Exkursion der Verbandsschule gewidmet. Ziel der Exkursion war das Kloster Wienhausen bei Celle mit der Besichtigung des Klostergartens und eine Führung durch das Kloster.

 

Im Mittelalter bildeten die Klöster wahre Inseln der Ruhe und Stille, inmitten einer Zeit von Krankheit, Gewalt, Krieg und Tod. Hier liegt die Geburtsstunde der Klosterheilkunde. Die Nonnen bewahrten und förderten nicht nur das Wissen von Kunst und Wissenschaft, sondern auch der Heilkunde. Sie sammelten Wissen über Heilkräuter und Heilpflanzen und erweiterten dieses Wissen fortlaufend. Hinter den Klostermauern fand sich bald ein Heilwissen von großer Bedeutung. Von diesem Wissen profitieren heute noch die Heilpraktiker in der Behandlung ihrer Patienten.

 

Die Gründung des von Herzogin Agnes, Schwiegertochter Heinrichs des Löwen, gegründeten Klosters in Wienhausen im Jahre 1233 wurde durch den Hildesheimer Bischof Konrad II.  bestätigt. Herzogin Agnes stattete es mit zahlreichen Gütern aus. Der Nonnenchor wurde entgegen den Regeln des Zisterzienserordens mit prächtigen Malereien ausgeschmückt. Im 16. Jahrhundert wurde im Fürstentum Lüneburg die lutherische Reformation eingeführt. Trotz des Widerstandes der Nonnen wurde aus dem katholischen Nonnenkloster langsam ein evangelisches Frauenkloster. 

Heute besteht der Konvent des Klosters Wienhausen aus einer Äbtissin und 13 Konventualinnen. Das Kloster Wienhausen verfügt über eine außerordentliche Fülle an christlichen Kunstwerken aus dem Mittelalter. Manche dienten kontinuierlich religiösen Zwecken, viele wurden in den vergangenen 150 Jahren „wiederentdeckt“. Zusammen mit den Gebäuden und dem Klostergarten bilden sie ein einmaliges Gesamtkunstwerk. Daneben bildet der Konvent selbst bis heute eine Lebensgemeinschaft auf christlicher Grundlage. Regelmäßige gemeinsame Gottesdienste, Andachten und Konventssitzungen sind für die Bewohnerinnen des Klosters obligatorisch.

Alle Teilnehmer waren sich einig, daß dieser Besuch ein einmaliger Blick in das 783 Jahre währende christliche Klosterleben und die Anfänge der mittelalterlichen Klosterheilkunde war.  

 

Nach dem Klosterbesuch stärken sich die Teilnehmer noch für die Heimfahrt bei einem gemeinsamen Mittagessen beim ‚Klosterwirt‘.

AGAHP-Frühjahrstagung 2017

Mit einem reichhaltigen Programm fand die Frühjahrstagung vom 12. bis 14. Mai 2017 im Naturhotel Spöktal statt.

Neben der Mitgliederversammlung, die den Geschäftsbericht des Vorstandes und seine Entlastung zu beschließen hatte, standen die Wahl eines neuen Vorstandes, sowie die Beschlussfassungen zur Satzung im Mittelpunkt.  Weiterhin fand eine Hochschularbeit und eine Kollegiumskonferenz der Dozenten der Verbandsschule ANTHROPOS-SOPHIA statt.

Im Rahmen einer Weiterbildung der Verbandsschule nahmen die Mitglieder an einem Fachgespräch zu Diagnose und Befund in der Praxis der anthroposophischen Heilpraktikerin bzw. des anthroposophischen Heilpraktikers teil.

Die Arbeit am Leitbild hatte das Thema: Die sieben Lebensprozesse. Diese Lebensprozesse wurden anhand der Eurythmie verdeutlicht und gaben allen Beteiligten einen tiefen Einblick in die Wirkkräfte der Lebensprozesse.